Histologie

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Histologie Die Histologie (von gr. Histos = Gewebe) ist die Wissenschaft von den biologischen Geweben und somit Teilgebiet der Medizin und Biologie, genauer der Anatomie und der Pathologie.

Gewebeproben werden unter dem Mikroskop untersucht, z.B. auf Bösartigkeit (Malignität). Die Histologie ist ein wichtiges Element der Tumordiagnostik. Die Proben werden durch eine Biopsie gewonnen und teilweise angefärbt.

Der Histologe/Pathologe untersucht Gewebeproben. Dazu werden mikrometerdünne, gefärbte Gewebsschnitte hergestellt und am Mikroskop beurteilt. Man spricht von morphologischer Diagnostik, da anhand des Erscheinungsbildes und färberischen Verhaltens der Gewebestrukturen der Befund erstellt wird. Zum Probengut im histologischen Institut gehören Operationspräparate (z. B. Magen, Darm, Niere), Probeexcisionen (z. B. Muttermal, Sehnen, Zystchen) und Biopsien (z. B. Magen-, Darm-, Brustgewebe-Biopsien). Mit Hilfe der modernen Technik lassen sich nun an winzigen Gewebestückchen (1-2 mm) bereits feingewebliche Diagnosen erstellen. Diese mikroinvasiven Methoden sind für die Patienten schonend und werden oft bei Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Die elektronenmikroskopische Untersuchung von Gewebe fällt vorwiegend in den Forschungsbereich. Hier werden 0,5–0,01 µm dicke Schnitte hergestellt und mit einem hoch auflösenden Elektronenmikroskop begutachtet. Histologischer Schnitt einer Lunge, Lungenpest.

Zu den Aufgaben der Histologie gehört die Frühdiagnose von Tumoren (z. B. Magenbiopsie), Klassifizierung von Tumoren (gut-/bösartig), Nachweis von Stoffwechselerkrankungen, parasitären, bakteriellen, entzündlichen Erkrankungen, Hilfestellung zur Therapiewahl und vieles mehr.

Als Begründer der Histologie gilt Marie François Xavier Bichat (1771–1802), der ohne Mikroskop 21 Gewebetypen im menschlichen Körper beschrieb. Die Entstehung der Histopathologie schreibt man Johannes Peter Müller (1801–1858) zu, der 1838 ein Buch über die Natur und Struktureigenschaften von Krebs veröffentlichte. Als Vater der Histopathologie wird Rudolf Virchow (1821–1902) bezeichnet.