Cholelithiasis

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Als Cholelithiasis wird das Gallensteinleiden bezeichnet. Dies gibt es in verschiedenen Unterarten: Cholezystolithiasis (Stein in der Vesica fellea) und Choledocholithiasis (Stein im Ductus choledochus).

Ätiologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gallensteine entstehen durch ein Ungleichgewicht von löslichen Stoffen in der Gallenflüssigkeit, was zur Eindickung letzterer führt. Entweder gerät der Gallensäure/Lecithin vs Kalciumcarbonat/Bilirubin-Haushalt durcheinander, was zu Kalcium- oder Bilirubinsteinen führt. Oder aber der Cholesterin vs Gallensäure-Haushalt gerät in Schieflage und es entstehen Cholesterinsteine. Seltener sind kalkhaltige Steine. Der Verlauf wird durch eine Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) begünstigt. Da die Steine wiederum eine solche Entzündung hervorrufen können, entsteht ein Teufelskreis.

Gefördert wird die Entstehung durch verschiedene Faktoren:

"Vier F": female, fat, fertile, forty (weiblich, übergewichtig, mehrere Kinder, über vierzig). Im Angloamerikanischen kommt noch das fünfte "F" fair (hellhäutig bzw. blond) und sechste "f" family (familiäre Häufung) dazu.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oft keine Beschwerden bei großen Steinen (bei 70-80% der Fälle)
  • Koliken durch Einklemmung kleiner Steine (Gallengrieß) in den Gallenwegen
    • heftigste Oberbauchbeschwerden rechts
    • Übelkeit, Erbrechen
    • Schweißausbrüche
    • Kreislaufregulationsstörung
  • evtl. Verschlussikterus:
    • flüchtig, wenn der Stein abgeht
    • anhaltend, wenn der Stein stecken bleibt
    • bierbrauner Urin, acholischer (grauer) Stuhl
  • Evtl. Fieber

Diagnostik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anamnese
  • körperliche Untersuchung
  • Sonographie
  • CT
  • ERCP
  • Laboranalyse ( CRP erhöht, Leukozyten erhöht, Bilirubin erhöht)

Komplikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Cholelithiasis kann zu verschiedenen Komplikationen führen:

  • Cholezystitis - durch Einklemmen der Steine
  • Verschlussikterus: eine durch den Verschluss des ductus choledochus verursachte Gelbsucht
  • Eiteransammlung in der Gallenblase (sog. Gallenblasenempyem), was zu einer Perforation (Platzen) der Gallenblase und einer Peritonitis (Entzündung des Bauchfells) führen kann
  • Sitzt der Stein an der Papilla vateri: akute Pankreatitis
  • Penetration des Gallensteins in benachbarte Organe
  • Verhärtung der Gallenblasenwand. Risiko: Gallenblasenkarzinom

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • konservativ
    • Krampflösende Mittel (Spasmolytika), Schmerzmittel
    • lokale/ feuchte Wärme
    • Juckreizlinderung
    • Nahrungsentzug
    • Infusionen
    • ev. Gallenschondiät
  • Operativ
    • Durchführung einer ERC, um die Lage der Steine feststellen zu können.
    • Papillotomie: die Papilla vateri wird aufgeschlitzt, was dazu führen soll, dass der Stein in den Dünndarm gelangt, von wo aus er ausgeschieden wird.
    • Cholezystektomie (Entfernung des Steins samt der Gallenblase) durch Laparoskopie oder Laparotomie
    • Zertrümmerung der Steine durch Stoßwellen, ist jedoch nur bei kalkhaltigen Steinen möglich

Pflegerische Aspekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtig ist die Mitarbeit an den unter "Therapie" beschriebenen Maßnahmen. Durch eine Lagerung, welche die Bauchdecke entspannt, oder durch Wickel (nicht bei Entzündung!) lässt sich das Wohlbefinden der Patienten zusätzlich steigern.

Präoperativ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor einer Cholezystektomie sind folgende Punkte zu beachten:

  • Rasur des Rumpfes von den Brustwarzen bis zur Schambehaarung
  • Nahrungsabbau
  • Klistier am Vorabend der Operation, um den willkürlichen Abgang von Stuhl während der Operation zu vermeiden und einer postoperativen Obstipation vorzubeugen

Des Weiteren werden allgemeine präoperative Massnahmen ergriffen, die vor jeder Operation angezeigt sind (z.B. Vitalzeichenkontrolle, Voruntersuchungen ...)

Postoperativ[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pflege des Patienten während der Bettruhe
  • Ab dem 2.-3. Tag: Nahrungsaufbau mit Haferschleim, Zwieback, leichter, fettarmer Kost ...
  • evtl. Pflege der Drainagen: Überwachung der Fördermenge, Verbandswechsel etc.

Siehe auch: Gallenblase, Gallenblasenkarzinom